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| »Ostermaier vermengt dichterisches
Pathos mit dem rauen Slang der Subkultur, zeigt, wie Sprache funktioniert,
sei es als Instrument der Macht oder als Ausdruck der Ohnmacht und Hilflosigkeit.
Seine Sätze schreiben sich ein in die Körper – bis die
Nerven bloßliegen und das Fleisch von den Knochen tropft wie auf
den Bildern eines Francis Bacon.« Sylvia Stammen in: Die Deutsche Bühne 10/97 »Albert Ostermaier experimentiert in gedehnten Gedichten wie
›sensor‹, ›stay‹ oder ›wolken und brüche‹
mit seiner für ihn so typischen soghaften Rhythmik und radikalisiert
sie, keine Angst vor der Monotonie. Texte entstanden, die man nicht
unterbrechen darf, die man in einem Zug durchlesen muss, die einen fordern
und schaffen.« »Ostermaier spielt mit den Klischees, die er benutzt, er bricht
die Welten, die er bebildert. In seinen Theaterstücken, die unter
anderem am Wiener Burgtheater, an den Münchner Kammerspielen und
am Bochumer und Frankfurter Schauspielhaus gespielt werden, breitet
er die Rätsel aus, die unsere Gegenwart für uns bereithält.« »Seine Verse sind ein Elektrokardiogramm des modernen Seelenzustandes,
inmitten einer massiven Kolonialisierung des Empfindens. Ein Dichter
in Techno - und Cyberspace-Nähe, der nicht gängigen apokalyptischen
Beschwörungen anheim fällt. Er singt seine Verse wie einen
coolen Blues, ›in eine welt aus/lichtpunkten die mich ins/nichts
beschleunigen‹; er schneidet mit seiner Poesie wie mit einem Laserstrahl
die Linien jener rasenden Bewegung nach, darin der Mensch sein Leben
verliert - bis er doch irgendwann im eigenen Gesicht stecken bleibt.« Bibliografie (Auswahl) Texte in Anthologie »Zwischen Berlin und Beirut – west-östliche
Geschichten«: Albert Ostermaier Ostermaiers Schreiben oszillierte bereits früh zwischen Lyrik und Dramaturgie. Seinen ersten Ruf als Hausautor an ein Theater erhielt er 1996/97 durch das Nationaltheater in Mannheim. Ein Jahr später schreibt er für das Bayrische Staatsschauspiel ein Auftragswerk zum 100. Geburtstag von Bertolt Brecht (»The Making of B-Movie«). Damit wird er zum ersten Mal von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen. Seitdem wird er als Vertreter der »jungen Wilden« in den Feuilletons der nationalen Tageszeitungen geführt. Ostermaier wird zum Hochleistungsschreiber und veröffentlicht bis 2003 fünf Gedichtbände im Suhrkamp Verlag und 15 Theaterstücke. 2001 wird Albert Ostermaier an die University of New York als »Writer-in-Residency« eingeladen. Zurück in Deutschland beginnt die Zusammenarbeit mit Andrea Berth am Wiener Burgtheater, die bis in die Gegenwart andauert. Im Oktober 1997 erhält Ostermaier den Ernst-Toller Preis, ein Jahr später den Übersetzerpreis der Goethe Institute für das Theaterstück »Tartar Titus«. Weitere Preise und Auszeichnungen folgen, als bisheriger Höhepunkt 2003 der Kleist Preis. Zum Weiterlesen:
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